ERNÄHRUNG Hype um Superfoods

ERNÄHRUNG Hype um Superfoods

Superfoods sind gerade voll im Trend. Sie haben eine besonders hohe Nährstoffdichte im Vergleich zu „normalen“ Nahrungsmitteln und sind besonders gut für die Gesundheit. So wird zu mindest dafür geworben. Was steckt aber hinter diesem Trend? Wird mein Smoothie gesünder wenn er mit Gojibeeren oder Kakaonibs dekoriert ist? Oder ist es vielleicht doch sinnvoller auf den eigenen Körper zu hören und den Trend zu hinterfragen?

Auf Koh Tao in Thailand habe ich letzte Woche eine Saftbar entdeckt in der es auch leckere Smoothies gibt. Dabei habe ich mir die Frage gestellt ob dieser Smoothie, hergestellt aus regionalen tropischen Früchten, noch gesünder wird wenn Gojibeeren dazugemischt werden oder ob es sich einfach nur auf den Geldbeutel auswirkt.

 

Brauchst du Superfoods?

Superfoods sind gesund und reich an Vitaminen, Mineralien, Protein uvm. Wichtig dabei ist zu verstehen dass es nicht das Superfood gibt. Chiasamen zum Beispiel, die es mittlerweile sogar in billig Supermarktketten gibt, sind eine hervorragende pflanzliche Eiweißquelle. Heißt das nun dass sich jeder Massenhaft Chiasamen in den Smoothie werfen sollte? Nein. Warum? Jeder Mensch ist anders und Lebensmittel werden von unterschiedlichen Menschen je nach Typ unterschiedlich aufgenommen. Zudem leben wir in unterschiedlichen klimatischen Bedingungen, mit unterschiedlichen Nahrungsmitteln, an die wir uns aus gutem Grund angepasst haben. Im Ayurveda heißt es, dass die Pflanzen die Besten für uns sind, die in unserer unmittelbaren Umgebung wachsen.

 

Weniger ist oft mehr

Lebensmittel sind mehr als nur eine Ansammlung von Nährstoffen oder sekundären Pflanzenstoffen. Genauso wie wir mehr sind als nur Zellansammlungen, die Proteine, Fette, Kohlenhydrate und Vitamine benötigen, damit sie funktionieren. Wir sollten Nahrungsmittel nicht nur danach bewerten, was sie enthalten, sondern auch ob wir die Nährstoffe überhaupt aufnehmen können. Das Vitamin B12 aus Algen wie Spirulina ist für uns sogar gar nicht bioverfügbar, das aus Chlorella Algen nur bedingt. Und oft sind die Smoothies oder Raw Cakes voll mit einer wilden Mischung an Superfoods und weisen eine solch hohe Nährstoffdichte auf, dass unsere Verdauung damit schlichtweg überfordert ist. Ebenso wird keine Rücksicht darauf genommen ob diese Lebensmittel in ihrer Kombination überhaupt verträglich sind. Die Folge sind Verdauungsprobleme und unverdaute Nahrung, was wiederum zu Krankheiten führen kann. Was unsere Verdauung angeht ist weniger mehr. Je weniger Inhaltsstoffe eine Mahlzeit hat umso besser.

superfoods desert

Grüner Smoothie ja oder nein?

Grüne Smoothies sind eine sehr gute Möglichkeit die tägliche Portion grün aufzunehmen. Ich selbst bin ein großer Fan davon. Am besten trinkt man den Smoothie morgen auf nüchternen Magen um die Nahrstoffe optimal aufnehmen zu können. Aber auch hier kommt es auf die richtige Kombination an. Die solltest möglichst keine Nüsse und Samen (Protein) mit Obst kombinieren. Die Extraportion Cashews oder Chiasamen im Smoothie kann also Verdauungsprobleme verursachen weil das Obst viel schneller verdaut wird als Protein. Smoothies werden auch als „Fast Good“ gehandelt. Gesundes Fast Food also. Ich glaube, dass kein Essen „schnell“ sein sollte. Zum Essen sollten wir uns Zeit nehmen. Zeit zum Schmecken, Genießen und Kauen. Kauen ist übrigens ein wichtiger Aspekt, der bei Smoothies vernachlässigt wird. Unsere Verdauung fängt bereits im Mund an. Wenn du deinen Smoothie kaust macht es ihr leichter verträglich und die Nährstoffe können, durch die Aktivierung der Verdauungsenzyme im Mund, besser aufgenommen werden.

 

Love your food

Wir sind so dermaßen von den Vorzügen der „Superfoods“ aus Brasilien etc. abgelenkt, dass wir unsere eigenen Superfoods. Waldheidelbeeren haben mehr Antioxidantien als die berühmte Acaíbeere. Brennessel enthält viel Eisen und ist eine super Ergänzung für den grünen Smmoothie. Löwenzahn, Grünkohl, Beeren im allgemeinen… es gibt eine Vielzahl an regionalen Nahrungsmitteln. Es ist natürlich abhängig von deinem Lifestyle und individuellen Bedürfnissen.

Ein wichtiger Aspekt im allgemeinen ist die Zubereitung von Essen. Wenn du dir Zeit nimmst und dein Essen mit Liebe selbst zubereitest hat das natürlich eine ganz andere Energie als ein Fertigessen. Die Wertschätzung steigt und zwar nicht nur für dein Essen sondern auch für deinen Körper, weil du bereit bist Zeit zu investieren in etwas dass dir gut tut. Dabei kann es sich auch eine einfache Kürbissuppe handeln ohne ersichtliche Superfoods.

 

Fazit

Superfoods können durchaus sinnvoll sein. Wichtig ist dabei nur den Nutzen zu hinterfragen. Ist es für dich gerade sinnvoll oder folgst du nur dem neusten Trend? Die nächste Frage die du dir stellen solltest brauche ich ein teures, importiertes Superfood oder gibt es vielleicht eine Alternative aus dem eigenen Garten?

 

Literaturempfehlungen

 

 

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