ERNÄHRUNG und der Einfluss auf die Faszien

Diese Woche nehme ich an einer Yogaweiterbildung in meinem Lieblingsstudio dem NowYoga teil. Ein Teil dieser Fortbildung war das Thema Faszien bei der wunderbaren Katja Bartsch von Kalamana Yoga. Katja hat schon bei allen großen Faszienlehrmeistern gelernt und hat einen guten Einblick in die Welt der Faszien geboten. Der Fokus lag auf dem anatomischen Aufbau des Fasziengewebes, myofaszieler Releasetechniken und Faszientrainigsformen im Yoga. Ein weiterer Aspekt der mich sehr interessiert ist der Einfluss unserer Ernährung auf die Faszien und genau diesen werde ich mal etwas genauer darstellen.

 

Was genau sind eigentlich Faszien?

Das Faszien-, oder auch Bindegewebe ist noch recht unerforscht. 2007 fand der erste Faszien-Kongress statt in dem auch Bänder, Sehnen, Knorpel etc. als Faszien definiert wurden.

Das Bindegewebssystem ist nicht nur „Füllmaterial“ unseres Körpers. Aktuelle Forschungen zeigen auf, dass das Bindegewebssystem eben nicht nur die Organe, Muskeln, Nerven, Gefäße und Knochen miteinander verbindet, sondern dass sie ein Gleiten, eine Bewegung zwischen den einzelnen Strukturen erst ermöglicht.
Es ist auch nicht ein trockenes Gewebe, wie Seile die etwas zusammenhalten, sondern ein Flüssigkeitssystem, welches hydrodynamisch arbeitet.

Das Bindegewebssystem muss man sich wie ein Scherengittersystem oder wie ein großes Netz vorstellen. Alle Arterien, Venen, Lymphgefäße und Nerven verlaufen durch dieses Netz und das Bindegewebssystem erlaubt diesen Strukturen sich frei zu bewegen, so dass sie alle Körperbewegungen uneingeschränkt mitmachen können. Das Bindegewebe enthält sehr viel Flüssigkeit, so dass Stoffwechselprozesse ablaufen können. Nährstoffe, Hormone, Stoffwechselschlacke und andere Stoffe müssen durch dieses flüssige Milieu fließen können.                    

 

Wie können Faszien verkleben und die daraus entstehenden Folgen

Wenn unsere Faszien verkleben sehen sie aus wie ein verfilztes Wollkneul. Die Ursachen sind ein Zusammenspiel an Übersäuerung des Körpers und einseitigen Bewegungsreizen.

Bewegungsmangel und einseitige Bewegungsreize

Unsere Faszien lieben Vielseitigkeit, genauso wie wir Abwechslung in unserem Leben brauchen benötigen dies auch unsere Faszien wenn sie nicht versumpfen wollen. Werden sie nicht gebraucht, werden sie sozusagen unbrauchbar gemacht, sie zerfilzen. Dazu kann ein Mangel an Bewegung führen oder auch einseitige Bewegung wie sie zum Beispiel ein ambitionierter Freizeitläufer ausführen würde wenn er nicht zwischendurch dehnt oder Ausgleichssport ausübt. Yoga beinhaltet eine Menge Übungen die förderlich für unser Fasziengewebe sind in dem verschiedene Reize gesetzt werden.

Schmerzen durch falsche Ernährung und Stress

Unser Körper entgiftet uns über die Haut, Leber und Nieren. Fallen jedoch zu viel der zu entgiftenden Stoffe an, wird alles in unserer großen Müllhalde, unserem Bindegewebssystem zwischengelagert.
Normalerweise werden diese Stoffe dann entsorgt, wenn nicht mehr so viel Säure anfällt. Ernähren wir uns jedoch schlecht und leben in Stress und Hektik, dann bestehen keine Freiräume und immer mehr Abfallprodukte werden in das Bindegewebe eingelagert.

Der Körper kann dies zum Glück sehr lange ausgleichen. Dies gelingt jedoch nicht für immer. Irgendwann läuft das Fass sprichwörtlich über und es entstehen Schmerzen, die sehr schlecht zuzuordnen sind.

Folgen von zu viel zwischengelagerten Stoffwechselschlacken im Bindegewebe

Das Bindegewebe geht von seiner flüssigen Form in eine Gelform über. Das bedeutet die Gewebe können nicht mehr frei gleiten. Man muss sich dies wie bei einem Glas Wasser mit einem Löffel darin und einem Honigtopf mit einem Löffel darin vorstellen.

Das Fasziengewebe verliert in einem übersäuerten Körpermilieu seine Flexibilität. Es verhärtet und beeinträchtigt dadurch den Blut- und Lymphfluss ebenso wie die Muskelaktivitäten. Die Säure reizt zudem das empfindliche Gewebe, so dass Entzündungen in allen Körperbereichen entstehen können.

Auch die von den Faszien umhüllten Nerven werden durch den Säureüberschuss gereizt, was sich dann wieder in undefinierbaren Schmerzen äußern kann.

 

Verklebungen lösen

Zunächst ist das oberste Ziel, den Körper zu entgiften und den Säuregehalt zu verringern, so dass das Bindegewebe zurück in seine flüssige Form gehen kann. Dies dauert jedoch. Das Bindegewebe erneuert sich ständig, jedoch beträgt die Halbwertszeit ca. 500 Tage. Das bedeutet, man muss ein bis zwei Jahre sein Bindegewebe pflegen, um es wieder belastbar zu machen. Nach ca. 7 – 12 Monaten kann man erste Erfolge bemerken. Diese Erkenntnis war mir bis vor kurzem neu, naja vielleicht habe ich es geahnt, wollte es aber nicht wahr haben…

Jede rhythmische, federnde Bewegung fördert die Bildung und Erneuerung der Faszien. Hierzu zählen joggen, walken und springende Bewegungen (Seilspringen oder Hopserlauf).
Yoga oder spezielles Faszientraining mit der Faszienrolle hilft Verklebungen zu lösen. Wöchentlich für 2-3 mal für ca. 10 Minuten ist schon ausreichend.

 

Verklebungen vorbeugen: Warum die Faszienrolle allein keine Wirkung zeigt

Ich sage es ungern aber mit Faszienrolle alleine ist es noch nicht getan. Faszien lieben verschiedene Reize, deswegen ist es wichtig Yoga oder spezielles Faszientraining mit Joggen, Kampfsporttraining etc, zu kombinieren. Außerdem solltest du auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und ausreichender Wasserzufuhr achten.

Meditieren

Stress ist im hohen Maße für die Übersäuerung im Körper verantwortlich. Regelmäßig zu meditieren kann dir helfen entspannter zu bleiben und die innere Balance zu finden. Mir hat es sehr geholfen eine Morgenroutine zu etablieren.

Faszienübungen

Nicht nur um bereits vorhandene Verklebungen zu lösen, sondern auch um ihnen vorzubeugen kann solltest du regelmäßig Faszienübungen durchführen.

Basische Ernährung

Eine Basenüberschüssige Ernährung ist die Basis für ein gesundes Bindegewebe. Generell sind Obst, Gemüse, frische Kräuter sehr basisch. Außerdem ist es wichtig ausreichend zu trinken. Meine Top 5 Lieblingslebensmittel habe ich dir hier nochmal zusammengestellt:

  1. Spinat: Das grüne Gemüse enthält nicht nur Eisen, sondern auch Betacarotin und die Vitamine C und E. Außerdem zählt Spinat zu den absoluten Spitzenreitern unter den basischen Lebensmitteln. Ich liebe Spinat im grünen Smoothie oder einfach als Salat
  2. Getrocknete Feigen: Ein weiterer Spitzenreiter unter den basisch wirkenden Lebensmitteln. Das Trockenobst darf also ruhig öfter zwischendurch gesnackt werden. Auch im Müsli machen sich die Früchte gut. Durch ihre Süße sind getrocknete Feigen ein guter Ersatz für Schokolade oder Gummibärchen, wenn der Heißhunger zu stark wird.
  3. Petersilie: Verleiht Gerichten meist einen extra Frischekick und eine besondere Note. Zudem lässt es sich mit dem Kraut ganz leicht basischer essen. Petersilie ist ausgesprochen vitaminreich und enthält beachtliche Mengen der Vitamine A, B1, B2, C und E und der Spurenelemente Kupfer, Zink und Fluor. Durch den hohen Kaliumanteil wirkt Petersilie entwässernd
  4. Kartoffel: Reis, Nudeln und Brot gehören zu den säurebildenden Lebensmitteln. Nur gut, dass wenigstens Kartoffeln zu den basenreichen zählen
  5. Bananen: Durch ihren hohen Kaliumgehalt sehr basenbildend

 

Fazit

Für mich ist das Thema Faszien sehr interessant. Es ist beeindruckend welchen Einfluss dieses Gewebe auf unseren Körper und dessen Schmerzempfindungen haben kann. In Zukunft werde ich auf jeden Fall versuchen meine Yogaprazis durch andere schnellere Bewegungsabläufe zu ergänzen. Ich denke HIIT Workouts werden sich für diese Zwecke gut eigenen. Leider habe ich diese in letzter Zeit etwas vernachlässigt.

 

Buchempfehlungen

 

Quellen

Faszientraining

Die richtige Ernährung für starke Faszien

Basische Ernährung – So beugst du Erkrankungen vor

4 Comments

  1. Daniela
    5. Februar 2016 / 13:30

    Sehr gut erklärt, danke! 🙂

    • 5. Februar 2016 / 21:59

      gerne! Freut mich wenn dir der Beitrag gefällt 🙂

  2. 9. Februar 2016 / 21:56

    DANKE und Kompliment an Dich 🙂
    toll und sehr motivierend geschrieben*

    • 9. Februar 2016 / 22:17

      Danke Verena 🙂 Ich freue mich sehr dass dir der Artikel gefällt

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